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GESCHICHTE

Über 50 Jahre Bäckerei Kempe

Die Bäckerei Kempe feierte Anfang September 2004 Geburtstag. 50 Jahre jung wurde sie. Ein halbes Jahrhundert Bäckerei Kempe in Wilhelmshaven. Ein guter Grund zum Feiern, aber auch ein Anlass, Rückschau zu halten. Aus kleinsten Anfängen - als Vater Felix Kempe und seine Frau Rita 1954 in der Bismarckstraße mit dem eigenen Geschäft anfingen - hat Sohn Axel Kempe mit seiner Frau Helga mittlerweile ein florierendes mittelständiges Unternehmen geschaffen. Was einst mit den Eltern - zaghaft, aber mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft und dem Drang nach Selbstständigkeit - begann, was sich später dann mit einem "Kredit auf Handschlag" vergrößerte, das hat der Sohn ab 1980 ausgebaut. Mit vielen Ideen und mit unternehmerischen Risiko. Er hat mit seinem Unternehmen weiter espandiert, hat Filialen in Einkaufsmärkten - Shop in Shops -, Verkaufsstellen oder Bistros eingerichtet. Mehr als 70 Mitarbeiter stehen bei Axel Kempe in Lohn und Brot, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Kempes Entwicklung vom kleinen handwerklichen Betrieb zum heutigen Unternehmen war nicht nur in Teilen wagemutig und manchmal auch risikoreich, sie war vor allem erfolgreich. 50 Jahre Bäckerei Kempe in Wilhelmshaven - das heißt auch, konzentriertes und zielstrebiges Handeln haben zum Ziel geführt: Kempe hat zweifellos längst seinen Stellenwert in der grünen Stadt am Meer, in Wilhelmshaven.

Wie alles begann

> Kempe hat einen guten Ruf in Wilhelmshaven als Bäckerei. Und die nun besteht im September des Jahres 2004 genau 50 Jahre. Ein halbes Jahrhundert Bäckerei Kempe! Das macht neugierig, wie denn alles begann mit Kempes Bäckerei - damals 1954, als die Stadt zum großen Teil noch in Trümmern lag, zerbombt und zerschossen. Damals, als jeder aber mit anpackte, um Wilhelmshaven wieder aufzubauen, als Aufbruchstimmung herrschte und der Wille zur Existenzgründung bei vielen groß war. Handwerk hat goldenen Boden, sagte sich Vater Felix Kempe. Er hatte nach dem unheilvollen Krieg in einigen Wilhelmshavener Bäckereien gearbeitet, mühsam seine "Brötchen" verdient, ehe er dann doch den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und die Wietz-Bäckerei neben dem Deutschen Haus in der Bismarckstrasse pachtete.

Kredit auf Handschlag
Kempe Senior und seine tüchtige Frau Rita arbeiteten äußerst erfolgreich, waren sehr schnell bei der Kundschaft beliebt, dachten über Erweiterung nach. Sie expandierten dann schon nach wenigen Jahren. 1962 bekamen Sie von Bäckermeister Willi Ahrens das Grundstück Mitscherlichstrasse, Ecke Bremer Strasse auf Leibrente überlassen. Bis in den Krieg hinein hatte Ahrens hier eine Bäckerei, die aber auch ein Opfer der Bomben wurde.
Im Dezember 1962 eröffneten dann Kempes ihre Bäckerei und Konditorei in der Mitscherlichstrasse. Mit einem Kredit der Commerzbank - ohne Sicherheiten! Nur der Handschlag zählte. Das gute Gefühl des Bankers von damals hat sich bis heute unzählige Male schon ausgezahlt.

Rohstoffe gegen Bares
Waren die Anfangszeiten der Kempe-Bäckerei in der Bismarckstrasse auch schwer genug gewesen - Rohstoffe zum Backen und Kohle zum Feuern der Öfen gab es nur gegen Bares-, so wuchs man doch in der Mitscherlichstrasse sehr bald endgültig aus den Kinderschuhen heraus. Aus den Kinderschuhen noch nicht herausgewachsen war Axel Kempe, der Junior. Im Gründungsjahr des Unternehmens 1954 geboren, trug er bereits als Kind weiße Schürze und weiße Mütze. Es war für ihn nach Abschluß der Schule klar: Ich werde Bäcker und Konditor. Mit 22 Jahren dann, 1976, legte Axel Kempe in Hannover
erfolgreich seine Meisterprüfung ab.

Geschäftsübergabe Vater - Sohn
Im Jahre 1980 war für Axel Kempe zwar die "Bäckerwelt" in Wilhelmshaven noch in Ordnung. Doch Vater Felix machte Kummer. Nach einem Herzinfarkt übergab er das Geschäft an Sohn Axel. Das war am 2.September 1980. Ein Jahr nach dem silbernen Jubiläum ging die Firma an die zweite Generation über. Und Axel Kempe merkte alsbald die Konkurrenz. Nein, nicht die von Kollegen, sondern die der großen Märkte, die auch die Einkaufs- gewohnheiten der Menschen änderten. Neben dem Großeinkauf aus spartanischen Regalen griffen die Kunden auch immer mehr in der Vorkassenzone auf Backwaren zurück. Der Bäcker "an der Ecke" hatte es immer schwerer zu bestehen. Markt und Kunden bestimmten immer mehr das Geschäft. Doch so ganz kampflos wollte nun Axel Kempe die Segel denn auch nicht streichen.
Kurs Expansion
Segelstreichen kam für Axel Kempe nicht in Frage. Also was tun? Da blieb eigentlich nur ein: Expandieren! Aber wollte Axel Kempe das wirklich? Nein, sagt er, "filialisieren" wollte er nun wirklich nicht. Doch der Markt und die Kunden haben ihre eigenen Gestze und zwingen zum Handeln. Und heute, zwanzig Jahre nach Beginn der Ausweitung der Geschäfte, hat Axel Kempe sein Unternehmen in Wilhelmshaven und in der Region glänzend positioniert.

Früh übt sich.....
Axel Kempe - er hatte mittlerweile Helga geheiratet, das war 1990, zu ihnen gesellte sich 1992 Sohn Lars - eröffnete er seine erste Filiale in der Vorkassenzone des Heppenser Sparmarktes, weitere Filialen entstanden in Folge in der Gökerstrasse, in der Jadestrasse, im Maadebogen, in Bockhorn und Hohenkirchen - als Shop in Shops oder als eigene Verkaufsstände. Oder aber als Bistro-Konzept, wie in der Nordseepassage.

Das Hauptgeschäft
Expansion zieht aber noch mehr nach sich. Vergrößerung beispielweise oder Umsiedlung. Dann nämlich, wenn es im angestammten Geschäft zu eng wird. 1993 kaufte Kempe die
alte Schiffselektronikhalle neben der ehemaligen Jadewerft. Das Gebäude entsprach den besonderen Anforderungen, die nun mal ein moderner Bäckereibetrieb vorweisen muß. Kempe ließ die Halle umbauen, zog 1994 - vor 11 Jahren somit - von der Mitscherlichstrasse in die Jadestrasse in eine moderne und leistungsfähige Bäckerei.

Die Mitarbeiter
Die Ausweitung der Geschäfte erforderte parallel dazu auch die Aufstockung der Mitarbeiterzahl. 75 Frauen und Männer beschäftigt Axel Kempe heute - als Meister, Gesellen und Lehrlinge in der Produktion, vor allem als Verkaufspersonal einschließlich Aushilfen und Fahrer. Denn schließlich müssen alle Filialen, Verkaufsstände und Bistros stets mit frischen Waren versorgt werden. Und damit seine Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand sind, schickt Axel Kempe sie auch zu weiterführenden Schulungen.
Meistens zweimal im Jahr.

Moderne Backstube
Der Meister und sein fachlich qualifiziertes Team- Axel Kempe und seine Frau Helga haben aus der einst beschaulichen "Backstube" in der MItscherlichstrasse längst ein mittelständiges modernes Bäckereiunternehmen gemacht. Immer auch mit Zukunftsperspektiven. Denn Kempe denkt modern. Sonst hätte er wohl nicht die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, an einem neuen Standort ein neues Konzept zu entwickeln: in der Nordseepassage.

Die Filialen
Kempes Überlegung: Ein Bäcker mit klassischem Backwarensortiment hat in diesem Umfeld wohl kaum eine Chance. Also: Hier war etwas anderes gefragt - ein Snackkonzept weit über das belegte Brötchen hinaus. Brotgeschäfte, so Kempes logische Folgerung, macht man an solchen Standorten nur noch am Rande. Veredelte Produkte vom Lachsbrötchen über diverse Salate, Aufläufe bis hin zu kleinen schnellen Gerichten - das sind die Produkte und Dienstleistungen, die der - meist auch schnelle, oder vielleicht auch der mit der Zigarette und Zeitung - Kunde in einer Passage erwartet. Zweimal trifft man Kempe in der Passage, einmal ebenerdig vor dem Ausgang zum Bahnhof und auf der Brücke, die die Nordseepassage mit dem Kaufhaus Karstadt verbindet. Für den Bäckermeister Axel Kempe ergaben sich aus diesen "Snack"-Erfahrungen auf einmal völlig neue Überlegungen. Fast zwangsläufig entwickelte er aus dem gewonnenen Know-how ein neues Angebot: Catering. Aus dem backenden Unternehmer war ein "kochender Bäcker" geworden.

Inzwischen sind denn auch Kempes Buffets weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Sein Catering-Service reicht vom Brotkorb bis zum üppigen kalten und warmen Buffet.

Bleibt als Fazit: Unternehmergeist zeichnet den erfolgreichen Einzelunternehmer Axel Kempe aus. Er ist zwar nach wie vor immer noch Bäckermeister mit Leib und Seele, aber eben einer, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und sie zu nutzen weiß. Die Kempes haben in unserer schnelllebigen Zeit ein Gespür für Trends und neue Märkte bewiesen.

Ihr Axel Kempe